Pax-Bank-Preis für interreligiöse Verständigung

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Die Pax-Bank verleiht seit 2006 jährlich einen mit 2.500 Euro dotierten Preis für besondere Verdienste um interreligiöse Verständigung. Die Georges-Anawati-Stiftung berät die Pax-Bank bei der Auswahl der Preisträger.

Essener interreligiöses Netzwerk IRE erhält Pax-Bank-Preis 2018

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Der Initiativkreis Religionen in Essen (IRE) ist mit dem Pax-Bank-Preis 2018 ausgezeichnet worden. Damit werde der wertvolle Beitrag im interreligiösen Dialog gewürdigt, sagte Christian Hartmann, Leiter der Berliner Niederlassung der Pax-Bank eG, während der feierlichen Preisübergabe in der Katholischen Akademie Berlin. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. „Aufeinander horchen und miteinander agieren ist aktueller denn je – und dringend erforderlich in Familie und Gemeinde, Wirtschaft und Politik, unter Rassen und Völkern, Kulturen und Religionen“, erklärte Hartmann. Gerade auf diesem Gebiet leiste der Initiativkreis gute Arbeit. „Gemeinsam verantwortlich für eine friedliche Welt sitzen Christen, Muslime und Juden alle in einem Boot und lassen das entstehen, wofür Deutschland bekannt ist, nämlich Weltoffenheit und Toleranz.“

Der Initiativkreis Religionen in Essen wurde im Jahr 2012 als Zusammenschluss zwischen der Jüdischen Kultus-Gemeinde, der Evangelischen und Katholischen Kirchen in Essen sowie der Kommission Islam und Moscheen in Essen (KIM-E) gegründet, um sich gemeinsam für ein respektvolles Zusammenleben in Essen stark zu machen. Seit 2018 ist auch die Bahá’í Gemeinde Essen Mitglied im IRE. Mit Veranstaltungen wie den Arche-Dialoge und den „Begegnung im Gespräch“ fördert der Kreis den Austausch zwischen den unterschiedlichen Religionsgemeinden und der Zivilgesellschaft, insbesondere in den Essener Stadtteilen.

In ihrer Laudatio ging Anja Middelbeck-Varwick, Professorin für Theologie der Europa-Universität Flensburg, auf den missbräuchlichen Umgang von Religionen ein. „In einer Zeit, in der Extremisten weltweit den Namen Gottes für ihre Schandtaten missbrauchen, wird den Religionen von vielen kaum mehr zugetraut, dass wir zu Frieden und Gerechtigkeit etwas beitragen.“ Es genüge nicht, unterstrich die Theologin, sich von Konflikten und Terror zu distanzieren. „Wir als Religionsgemeinschaften sind verpflichtet, in unseren nachbarschaftlichen und gesellschaftlichen Kontexten gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und sozialen Zusammenhalt einzustehen.“ Gerade dafür trete der IRE ein, erklärte Middelbeck-Varwick: „Vorurteile abbauen, Respekt schulen, Gesellschaft aktiv mitgestalten – und das über die eigene Religionsgemeinschaft hinaus.“ 

Von Initiativen wie dem IRE lebe unsere Demokratie, hob Middelbeck-Varwick hervor. Bemerkenswert an dem IRE sei zudem, dass es nicht primär eine christliche Initiative sei, an der die anderen Religionen der Stadt Essen „irgendwie beteiligt“ sind. „Von Beginn an arbeiten die Religionen paritätisch in gemeinsam definierten Aufgaben zusammen.“ Zur Hauptaufgabe des IRE zählt der Dialog. Ein Stichwort, das auch Dr. Gregor Klapczynski, Referent für den interreligiösen Dialog des Erzbistums Berlin, in seinem Grußwort aufnahm. Der Dialog zwischen Christen und Muslimen sei geprägt von Wertschätzung. „Christen wissen um den wertvollen Schatz, der sich ihnen in der Begegnung mit Muslimen erschließen kann.“

Ein Zeichen dieser Wertschätzung sei der Iftar-Empfang (arabisch für Fastenbrechen), der den Rahmen für die Preisverleihung bildete. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung der katholischen Bank wurde im Vorfeld eines gemeinsamen Fastenbrechens verliehen, zu dem rund 80 Menschen in der Katholischen Akademie zusammengekommen waren. „Den Zuspruch und den Rückenwind der aus diesem Preis kommt, möchten wir mitnehmen nach Essen“, dankte Andreas Volke vom evangelischen Kirchenkreis Essen. 

 

Altbundespräsident Christian Wulff erhält Pax-Bank-Preis

(v.l.n.r.: Klaus Schraudner, Pax-Bank, Team Georges-Anawati-Stiftung, Christian Wulff, Altbundespräsident)

(v.l.n.r.: Klaus Schraudner, Pax-Bank, Team Georges-Anawati-Stiftung, Christian Wulff, Altbundespräsident)

Altbundespräsident Christian Wulff wurde am 27. September 2017 in der Katholischen Akademie Berlin mit dem Pax-Bank-Preis 2017 ausgezeichnet. Damit wird - so Klaus Schraudner, Vorstandsvorsitzende der Pax-Bank eG, - Wulffs Engagement für den interkulturellen und interreligiösen Dialog gewürdigt, Wulff habe mit dem Satz, dass der Islam zu Deutschland gehört, „für viele ein Tabu gebrochen“, erklärte Schraudner in seiner Würdigung. Damit wurde eine Auseinandersetzung um den Islam in Deutschland angestoßen. 

Die Laudatio hielt Professor Mouhanad Khorchide, Münster, der die offene, dialogbereite Haltung Wulffs in der Auseinandersetzung um den Islam in Deutschland würdigte.

Sonderpreis der Pax-Bank für den „Anawati-Innovationspreis“ 

Mit diesem Sonderpreis unterstützt die Pax-Bank den „Anawati-Innovationspreis“ der Georges-Anawati-Stiftung. Damit gehe Stiftung, die sich der Verständigung zwischen Christen und Muslimen verschrieben hat, „eine neuen Weg und will innovative soziale Ideen für ein gutes Zusammenleben von Christen und Muslimen auszeichnen und unterstützen“, lobte Schraudner von der Pax-Bank.

Verleihung des Pax-Bank-Preises 2016 an Juniorprofessor Dr. Tobias Specker SJ

Verleihung des Pax-Bank-Preises 2016

Dr. Klaus Schraudner, Vorsitzender des Vorstandes der Pax-Bank (auf dem Foto 2.v. rechts), überreichte anlässlich einer Einladung zum Fastenbrechen in der Katholischen Akademie in Berlin am 23.6.2016 den diesjährigen Pax-Bank-Preis, der mit 2500 € dotiert ist.

Die Preisträger werden im Zusammenwirken mit der Georges-Anawati-Stiftung bestimmt. Dr. Konrad von Bonin, Mitglied im Stiftungsrat der Georges-Anawati-Stiftung, dankte in seinem Grußwort der Pax-Bank für die Bereitschaft, auch innovative und auf Hoffnung hin ausgerichtete Projekte im interkulturellen und interreligiösen Dialog auszuzeichnen.

Mit der Verleihung des Pax-Bank-Preises 2016 an Juniorprofessor Dr. Tobias Specker, SJ, den ersten Inhaber des neu geschaffenen Lehrstuhls „Katholische Theologie im Angesicht des Islam“ an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen Frankfurt/Main, wird zum einen eine im christlich-islamischen Dialog wertgeschätzte Persönlichkeit geehrt und zum anderen das Anliegen, dem christlich-islamischen Dialog eine neue Qualität zu geben, unterstützt. Die Juniorprofessorin Dr. Armina Omerika, Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam an der Universität Frankfurt am Main, wies in ihrer Laudatio auf die Chancen hin, die sich mit der neuen Stiftungsprofessur an der Hochschule St. Georgen und seinem ersten Inhaber für die in Deutschland neue epistemische Gemeinschaft in Forschung und Lehre des christlich-islamischen Dialoges eröffnen. Die neue Qualität im interreligiösen Dialog zeige sich gerade bei der Betrachtung der Unterschiede. Die Unterscheidbarkeit eröffne eine Verbundenheit, die Fülle des anderen mache auch das Eigene sichtbar.

Der Preisträger griff in seinem Dankeswort die Einladung zum Dialog auf. Er hoffe auf eine kreative Beunruhigung in den inzwischen unerlässlich gewordenen Dialogen zwischen den Religionen. Insofern sei der diesjährige Pax-Bank-Preis für interkulturelle und interreligiöse Verständigung ein Preis der Hoffnung.

Konrad Hahn, Wissenschaftlicher Beirat der Georges Anawati Stiftung

 

Verleihung des Pax-Bank Preises 2015 an Talat Kamran, Leiter des Mannheimer Institutes für Integration und Interreligiösen Dialog

Talat-Kamran

Am Freitag, 10. Juli 2015 wurde in Katholische Akademie in Berlin der diesjährige Pax-Bank-Preis an Talat Kamran, Leiter des Mannheimer Institutes für Integration und Interreligiösen Dialog verliehen. Die Ehrung fand statt im Rahmen eines Iftar-Essens, zu dem der Diözesanadministrator des Erzbistums Berlin, Prälat Tobias Przytarski, einlädt.

Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wird von der Pax-Bank für besondere Verdienste um interreligiöse und interkulturelle Verständigung verliehen.
Den Festvortrag hält Dr. Abdelmalek Hibaoui vom Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen zum Thema „Islamische Seelsorge in Deutschland – eine Aufgabe im Werden“. Die Laudatio übernimmt Joachim von Bonin von der Georges-Anawati-Stiftung.

Eine Zusammenfassung des Festvortrags finden Sie hier...

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